Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft guetgrund

SpLg guetgrund
Wiesen 3026
9100 Herisau

071 351 24 07

splg-guetgrund@verein-eckstein.ch
www.guetgrund.ch

Aufgabe

Die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft (SpLg) guetgrund gmbh bietet Kindern und Jugendlichen, die nicht in ihrem angestammten Umfeld aufwachsen können Wohn- und Lebensraum, in welchem sie Annahme und Wertschätzung erfahren und ein Zuhause erleben. Wir begleiten sie auf einem Lebensabschnitt, gehen mit ihnen eine Beziehung ein und fördern sie nach ihren individuellen Fähigkeiten, so dass sie sich ihrer Persönlichkeit entsprechend entfalten können. Die SpLg bietet für die Kinder und Jugendlichen eine langfristige Perspektive, bei Bedarf bis in die Selbständigkeit.

Betreuungsstruktur

Im grossen Zweifamilienhaus auf dem Areal des „Lebensraum Wiesen“ leben die Kinder und die Leitung miteinander in einer Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft. Die SpLg ist 365 Tage im Jahr betreut. Sie ermöglicht Kindern, die besonderen Schutz benötigen und deren Erziehung und Begleitung hohe Ansprüche an die Betreuungspersonen stellt, in einem familiären, geschützten und professionellen Rahmen aufzuwachsen. Betreuung, Erziehung und Förderung erfolgen konsequent bedürfnis- und beziehungsorientiert durch qualifiziertes Personal.

Wir profitieren von einer gut ausgebauten Infrastruktur (Sportplatz, Schwimmbad, Skilift), von den nahe gelegenen Wäldern und Bächen und von einer gelebten Nachbarschaft. Dank der guten Vernetzung im Dorf nutzt die SpLg bzw. deren Kinder/Jugendliche die ausgebaute Infrastruktur und das vielseitige Freizeit- und Vereinsangebot von Herisau.

Pädagogische Grundhaltung und Konzept

Neben einer traumapädagogischen Grundhaltung und vielfältigen sozialpädagogischen Orientierungen (Bindungstheoretische Erkenntnisse, Erlebnispädagogik, Lösungsorientierter Ansatz, Systemischer Ansatz, etc.) haben wir eine christliche Werthaltung. Besondere Sorgfalt gilt der Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie und weiteren involvierten Fachpersonen und Fachstellen.

Zentrale Grundhaltungen gegenüber den anvertrauten Kindern und Jugendlichen sind:

  • Annahme des guten Grundes: Würdigung der Verhaltensweisen des Kindes als Überlebensstrategie.
  • Achtung und Wertschätzung: Die Kinder erleben sich als wertvoll – so wie sie sind.
  • Partizipation: Die Kinder erleben Autonomie („Ich kann etwas entscheiden“), Kompetenz („Ich kann etwas bewirken“) und Zugehörigkeit („Ich gehöre dazu und werde wertgeschätzt“).
  • Transparenz: Die Kinder erleben einen transparenten und berechenbaren Umgang mit Verantwortung, Entscheidungsmacht und Strukturen.
  • Freude und Humor: Die Freudenseite wird gestärkt, die Stärken und Ressourcen der Kinder werden gefördert.

Die Begleitung der anvertrauten Kindern und Jugendlichen basiert auf vier Säulen. Diese dienen auch als Grundlage für die Aufenthaltsplanung und -überprüfung.

  1. Schutz und Sicherheit
    Schutz vor Gewalt, Orientierung und Perspektiven für alle Beteiligten, Umgang mit schwierigen Emotionen.
  2. Normalität und Alltag
    Vorhersehbarkeit des Alltags und Identifikation mit der Lebensgemeinschaft
  3. Förderung und Entwicklung
    Fokussieren und Entwickeln der Stärken; positive, konstruktive und gemeinsame Erlebnisse ermöglichen
  4. „Heil werden“ und Zugehörigkeit
    Lebenskompetenzen und Resilienz fördern, sofern möglich Versöhnung mit der Herkunftssituation, verbindliche und hoffnungsvolle Beziehungen aufbauen und gestalten, bei sich selber zu Hause sein

Die SpLg vertritt die Kinderrechte. Das Recht des Kindes auf Schutz vor Traumatisierungen und Retraumatisierungen, sowie sein Recht auf Partizipation und Teilhabe an seinem Leben, werden intern und auch gegenüber dem Helfersystem und der Herkunftsfamilie aktiv vertreten.

Aufnahmekriterien/ Zielgruppe

Aufgenommen werden Kinder ab ca. 6 Jahren, die von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt und/oder von Vernachlässigung betroffen sind und die eine behördlich angeordnete Fremdplatzierung brauchen, weil sie:

  • Schutz benötigen
  • einen kleinen, familiären Rahmen brauchen
  • einer spezifisch entwicklungsfördernden Pädagogik bedürfen, um sich optimal entwickeln zu können
  • für einen längeren Zeitraum nicht in ihrer angestammten Familie aufwachsen können, weil weder eine familiäre und schützende Struktur noch konstante Bezugspersonen gewährleistet sind,
  • die aber dennoch in der Lage sind, die öffentliche Schule zu besuchen und dazu eine verlässliche Begleitung brauchen

Leitung

Regula Compér ist ausgebildete Sozialpädagogin HF
Berufsbegleitende Weiterqualifizierung zur Traumapädagogin und in traumazentrierter Fachberatung

Im Oktober 2011 startete sie mit der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft und führt diese seit Januar 2017 mit dem Namen „guetgrund gmbh“ unter dem Dach des Vereins Eckstein.